FuĂbodenheizung in Altbau einbauen â wie geht das?
Die FuĂbodenheizung ist die beliebteste Heizung der Deutschen. Kein Wunder, sie heizt die RĂ€ume schnell auf, hĂ€lt die FĂŒĂe warm, ist effektiv und spart Geld. Auch wer in einem Altbau wohnt, muss nicht auf die FuĂbodenheizung verzichten. Wer eine FuĂbodenheizung im Altbau verlegen möchte, hat verschiedene Systeme zur Auswahl.
Welche das sind, was Sie beachten mĂŒssen und wie hoch die Kosten fĂŒr eine FuĂbodenheizung im Altbau sind, erfahren Sie im folgenden Artikel.
Kann man eine FuĂbodenheizung im Altbau installieren?
Generell ist es möglich, eine FuĂbodenheizung in Ihrem Altbau zu installieren. Es gibt allerdings einige Faktoren zu beachten:
- Zustand des Bodens: Der vorhandene Boden muss eben und dick genug sein
- Art des Bodenbelags: Die FuĂbodenheizung kann direkt auf Dielen, Fliesen, Parkett oder Vinyl verlegt werden. Der vorhandene Bodenbelag wird nur entfernt, wenn er uneben, modrig oder stark beschĂ€digt ist
- Gewicht der FuĂbodenheizung: Insbesondere Holzbalkendecken können eine FuĂbodenheizung nicht immer stĂ€mmen. Hier mĂŒssen Sie zu einer leichteren FuĂbodenheizung greifen
- Aufbauhöhe: Eine FuĂbodenheizung verkleinert die Raumhöhe um bis zu 10 Zentimeter. Es gibt aber auch Methoden, die die Raumhöhe kaum beeinflussen
Bevor Sie also die FuĂbodenheizung in Ihrem Altbau planen, sollten Sie einen Fachmann kontaktieren. Wenden Sie sich dafĂŒr an die Energieberater von RENEWA, um unnötige Kosten oder nachtrĂ€gliche Komplikationen zu vermeiden.
5 Methoden: Welche FuĂbodenheizung eignet sich fĂŒr einen Altbau?
Es gibt 5 verschiedene Methoden, eine FuĂbodenheizung in einem Altbau zu installieren, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten.
Methode 1: Nasssystem
Der Nassestrich findet meist im Neubau Anwendung, da er im Altbau mit einem hohen Aufwand und Kosten verbunden ist. AuĂerdem benötigt er eine lange Trocknungszeit und die Aufbauhöhe liegt bei 5 bis 10 Zentimetern, was die Raumhöhe beeintrĂ€chtigt. Das schwere Gewicht des Nassestrichs kann gerade bei Holzbalkendecken zu Problemen fĂŒhren. Daher ist diese Methode fĂŒr Altbauten nur bedingt geeignet.
Methode 2: Trockensystem
Das Trockensystem ist ideal fĂŒr Altbauten, da es keine lange Trocknungszeit erfordert und deutlich leichter ist. Die Heizelemente werden dabei in vorgefertigte Platten integriert, die direkt auf den bestehenden Boden verlegt werden. Dadurch kann die Aufbauhöhe auf ein Minimum reduziert werden, was besonders in Altbauten mit begrenzter Raumhöhe von Vorteil ist. Diese Methode ist zudem schneller und sauberer zu installieren.
Methode 3: DĂŒnnschichtsystem
Das DĂŒnnschichtsystem eignet sich hervorragend fĂŒr Altbauten, da es nur eine sehr geringe Aufbauhöhe von 1 bis 2 Zentimetern hat. Hierbei wird die FuĂbodenheizung direkt auf den bestehenden Estrich oder Fliesenbelag aufgebracht, ohne diesen entfernen zu mĂŒssen. Das System ist besonders effizient und einfach zu installieren, wodurch es sich perfekt fĂŒr Renovierungen eignet.
Methode 4: FrÀssystem
Beim nachtrĂ€glichen FrĂ€sen wird die FuĂbodenheizung direkt in den vorhandenen Estrich eingefrĂ€st, wodurch keine zusĂ€tzliche Aufbauhöhe entsteht. Diese Methode ist ideal, wenn der bestehende Estrich noch intakt ist und nicht entfernt werden soll. Dabei werden die Heizrohre in die eingefrĂ€sten KanĂ€le eingelegt. Es handelt sich um eine schnelle und relativ kostengĂŒnstige Lösung.
Methode 5: Elektroheizung
Eine elektrische FuĂbodenheizung ist ebenfalls eine gute Option fĂŒr Altbauten, vor allem in kleinen RĂ€umen oder als ErgĂ€nzung zu bestehenden Heizsystemen. Sie hat eine sehr geringe Aufbauhöhe und kann einfach unter nahezu jedem Bodenbelag installiert werden. Allerdings sind die Betriebskosten höher als bei wassergefĂŒhrten Systemen, weshalb sie sich nicht als alleinige FuĂbodenheizung eignet.
FuĂbodenheizung Altbau: Kosten im Ăberblick
Eine FuĂbodenheizung im Altbau ist prinzipiell etwas teurer als die im Neubau. Dort muss unter UmstĂ€nden der alte Bodenbelag und der alte Estrich sowie die alten Heizkörper entfernt und entsorgt werden. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Ăberblick ĂŒber mögliche Kosten der verschiedenen Verlegemethoden.
| Art der FuĂbodenheizung | Kosten FuĂbodenheizung Altbau pro m2 inkl. Installation |
|---|---|
| Nasssystem | 80 - 120 ⏠|
| Trockensystem | 95 - 135 ⏠|
| DĂŒnnschichtsystem | 120 - 160 ⏠|
| FrÀsen | 40 - 90 ⏠|
| Elektrische FuĂbodenheizung | 20 - 300 âŹ* |
*abhÀngig davon, ob Heizfolien, Heizgewebe oder Heizmatten verwendet werden
Alles zum Thema FuĂbodenheizung in einem Video
Unsere Experten erklĂ€ren kurz und ĂŒbersichtlich alles zum Thema FuĂbodenheizung. Erfahren Sie mehr ĂŒber Vorteile, Förderungen und erhalten Sie Tipps direkt vom Experten.
FuĂbodenheizung Altbau: Förderung erhalten!
Eine direkte Förderung erhalten Sie fĂŒr die FuĂbodenheizung im Altbau nicht, da es sich nicht um eine Heizungsanlage, sondern nur um eine Art von Heizkörper handelt. Allerdings können Sie die FuĂbodenheizung indirekt mitfördern lassen.
Heizungstausch
Beim Tausch Ihrer Heizung können Sie die FuĂbodenheizung als UmfeldmaĂnahme mitfördern lassen. Von der KfW erhalten Sie hierfĂŒr zwischen 30 und 70 Prozent von den maximal förderfĂ€higen Kosten in Höhe von 30.000 Euro als Zuschuss erstattet. Angenommen, die FuĂbodenheizung in Ihrem Altbau kostet 12.500 Euro, erhalten Sie zwischen 3.750 und 8.890 Euro als Förderung.
AuĂerdem können Sie seit 2024 den ErgĂ€nzungskredit in Anspruch nehmen, wenn Sie bereits eine Zusage fĂŒr die Heizungsförderung erhalten haben. Dann steht Ihnen ein Kredit von 120.000 zur VerfĂŒgung. Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von unter 90.000 Euro im Jahr erhalten zudem eine ZinsvergĂŒnstigung.
Komplettsanierung
Lassen Sie Ihren Altbau zum Effizienzhaus komplettsanieren, können Sie die FuĂbodenheizung ĂŒber den Kredit KfW 261 mitfördern lassen. Hier erhalten Sie bis zu 35 Prozent der Kreditsumme von 150.000 Euro als Förderung.
Fazit: Ist eine FuĂbodenheizung im Altbau sinnvoll?
Eine FuĂbodenheizung im Altbau ist sinnvoll, denn sie bietet zahlreiche Vorteile, wie eine gleichmĂ€Ăige WĂ€rmeverteilung, Platzersparnis dank nicht vorhandener Heizkörper und eine hohe Energieeffizienz dank niedriger Vorlauftemperatur. Zwar kann die Installation im Altbau etwas teurer sein als im Neubau, aber die Vorteile machen die Investition lohnenswert.
Dank der verschiedenen Verlegemethoden ist es meist problemlos möglich, eine FuĂbodenheizung im Altbau zu installieren. Systeme mit geringer Aufbauhöhe, wie das DĂŒnnschicht- oder FrĂ€ssystem, sind besonders sinnvoll, da sie den Raum nicht unnötig verkleinern.
Letztlich hĂ€ngt die Entscheidung von den individuellen Gegebenheiten Ihres GebĂ€udes ab. Die Energieberater von RENEWA können Ihnen dabei helfen, die beste Methode fĂŒr Ihren Altbau zu finden und die Kosten- und Nutzenaspekte abzuwĂ€gen.
Zum Autor: Sandro Wogawa
Sandro Wogawa ist im Bereich der energetischen GebÀudesanierung tÀtig und arbeitet als Sanierungsmanager bei RENEWA. Er begleitet Sanierungsprojekte von der Planung bis zur Umsetzung und stellt sicher, dass technische, wirtschaftliche und organisatorische Aspekte optimal ineinandergreifen.
Mit seiner Ausbildung im Bereich Umwelttechnik und erneuerbare Energien sowie seiner Erfahrung in der Analyse- und Prozesstechnik verbindet er technisches Know-how mit einem strukturierten Blick auf komplexe Projekte. Sandros Anliegen: Sanierungsprojekte effizient und ganzheitlich umzusetzen â mit klarem Fokus auf QualitĂ€t, Struktur und nachhaltige Lösungen. Hier gelangen Sie zu Sandros LinkedIn Profil.