PV-Anlage mit Speicher: Lohnt sich ein Stromspeicher?

Ein Stromspeicher kann den Eigenverbrauch einer PV-Anlage erheblich steigern und damit die Stromkosten senken. Doch nicht in jedem Fall lohnt es sich, in einen Stromspeicher zu investieren.
In diesem Artikel erfahren Sie von den RENEWA-Experten, wie eine PV-Anlage mit Speicher funktioniert, welche Kosten entstehen und unter welchen Bedingungen sich die Anschaffung lohnt. Außerdem zeigen wir Ihnen Hersteller von Batteriespeichern und aktuelle Preise auf.
Das Wichtigste im Überblick
- Eine PV-Anlage mit Speicher erhöht den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms und reduziert die Abhängigkeit vom Netzstrom.
- Ohne Speicher werden etwa 80 % des PV-Stroms ins Netz eingespeist, mit Speicher kann der Eigenverbrauch auf bis zu 80 % steigen.
- Es gibt verschiedene Speicherarten, darunter Lithium-Ionen, Blei-Säure und Redox-Flow-Batterien, wobei Lithium-Ionen-Speicher derzeit die beste Wahl für Privathaushalte sind.
- Die Amortisationszeit einer PV-Anlage mit Speicher beträgt in der Regel rund 13 Jahre, abhängig von den Strompreisen und dem individuellen Verbrauch.
Wie funktioniert eine PV-Anlage mit Speicher?

Ein Stromspeicher speichert den überschüssigen Solarstrom Ihrer Photovoltaikanlage und stellt ihn zu einem späteren Zeitpunkt zur Verfügung. So können Sie Ihren Solarstrom besser nutzen und für eine stabilere Stromversorgung im Haushalt sorgen.
Hier eignen sich Batteriespeicher, weil sie Solarstrom effizient speichern. Bei diesen indirekten Stromspeichern, die in privaten Haushalten zum Einsatz kommen, wird während des Ladevorgangs elektrische Energie in chemische Energie umgewandelt. Beim Entladen läuft dieser Prozess umgekehrt ab: Die chemische Energie wird wieder in elektrische Energie zurückgeführt und kann dann für den Haushaltsverbrauch genutzt werden.
PV-Anlage mit Speicher erhöht Eigenverbrauch
Ohne Batteriespeicher werden laut RENEWA-Experten rund 80 Prozent des erzeugten Solarstroms ins Netz eingespeist, da der Stromverbrauch oft nicht mit der Stromproduktion übereinstimmt. Ein Speicher ermöglicht es, diesen Überschuss zu speichern und abends oder an bewölkten Tagen zu nutzen. Dadurch kann der Eigenverbrauchsanteil auf bis zu 80 Prozent erhöht werden.
Die Erhöhung des Eigenverbrauchs führt nicht nur zu einer besseren Nutzung des selbst erzeugten Stroms, sondern auch dazu, dass die Stromkosten stark reduziert werden. Da Netzstrom teurer ist als der selbst produzierte Solarstrom, amortisieren sich Stromspeicher über die Jahre hinweg. Zudem bieten moderne PV-Anlagen mit Speicher die Möglichkeit, sich unabhängiger von steigenden Strompreisen zu machen.
Ein weiterer Vorteil ist die Entlastung des öffentlichen Stromnetzes. Da weniger Solarstrom ungenutzt eingespeist wird, trägt ein hoher Eigenverbrauch dazu bei, Netzschwankungen zu reduzieren und die Netzstabilität zu verbessern. Zusätzlich profitieren Haushalte mit Batteriespeicher von einer höheren Versorgungssicherheit.
Szenario | Eigenverbrauchsanteil |
---|---|
Ohne Speicher | ca. 20 % |
Mit Speicher | ca. 50 - 80 % |
Arten von Stromspeichern
Je nach Anwendungsfall gibt es verschiedene Speichertypen mit individuellen Vor- und Nachteilen.
Es gibt zwei Arten von Stromspeichern:
- direkte Stromspeicher
- indirekte Stromspeicher
Direkte Stromspeicher speichern elektrische Energie unmittelbar, ohne eine Umwandlung in eine andere Energieform. Dazu zählen Kondensatoren und Spulen, die elektrische Ladung direkt aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Direkte Stromspeicher sind extrem schnell, aber nur für sehr kleine Energiemengen geeignet.
Indirekte Stromspeicher können große Energiemengen über längere Zeiträume speichern, haben aber durch die Umwandlung von Energie gewisse Verluste.
Für Photovoltaikanlagen eignen sich indirekte Speicher, dazu zählen Lithium-Ionen-Batterien, Blei-Säure-Batterien sowie Redox-Flow-Batterien. Lithium-Ionen-Batterien sind dabei am weitesten verbreitet. Blei-Säure-Akkus besitzen dabei meist höhere Kapazitäten als Lithium-Ionen-Akkus oder alternative Technologien wie Redox-Flow-Speicher. Lithium-Ionen-Akkus haben allerdings eine längere Lebensdauer und bessere Wirkungsgrade.
Speichertyp | Vorteile | Nachteile |
---|---|---|
Lithium-Ionen-Akku | Hoher Wirkungsgrad, langlebig | Teurer als Blei-Säure-Speicher |
Blei-Säure-Akku | Günstiger Anschaffungspreis | Kürzere Lebensdauer, hoher Platzbedarf |
Redox-Flow-Batterie | Langlebig, umweltschonend | Hohe Kosten, platzintensiv |
Unsere Empfehlung
Das Produkt Stromspeicher ist generell noch recht neu und aussagekräftige Vergleiche zu ziehen schwierig. Wir empfehlen in der Regel, auf einen Lithium-Ionen-Speicher zu setzen. Dieser ist unterm Strich die sinnvollste Investition. Weitere Erfahrungswerte fehlen aktuell noch.
Wann lohnt sich ein Stromspeicher?
Ob sich ein Batteriespeicher finanziell rechnet, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Strompreise: Steigende Stromkosten machen Eigenverbrauch wirtschaftlich attraktiver.
- Einspeisevergütung: Sinkende Vergütungen für eingespeisten Strom verbessern die Rentabilität eines Speichers.
- Haushaltsverbrauch: Hoher Stromverbrauch, insbesondere durch Wärmepumpen oder Elektroautos, begünstigt eine Amortisation.
- Technische Gegebenheiten: Größe der Solaranlage und die Dimensionierung des Speichers spielen eine entscheidende Rolle.
Nachrüsten eines Stromspeichers
Wer bereits eine PV-Anlage besitzt, kann einen Speicher nachrüsten. Damit haben wir von RENEWA bereits zahlreiche Erfahrungen. Das Nachrüsten lohnt sich besonders für Anlagen ab Baujahr 2010, da die Einspeisevergütung seitdem stark gesunken ist. Während es sich damals gelohnt hat, Strom einzuspeisen, lohnt es sich heute mehr, möglichst viel Strom selbst zu verbrauchen.
Amortisation & Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage mit Speicher
Die Amortisationszeit eines Stromspeichers hängt von den Anschaffungskosten, der Einsparung durch den erhöhten Eigenverbrauch und der Lebensdauer des Speichers ab.
Ein Beispiel:
- PV-Anlage (7 kWp): ca. 9.750 €
- Batteriespeicher (6,3 kWh): ca. 9.000 €
- Amortisationszeit ohne Speicher: ca. 15 Jahre
- Amortisationszeit mit Speicher: ca. 13 Jahre
Bis sich eine PV-Anlage amortisiert, dauert es etwa 15 Jahre. Eine PV-Anlage mit Speicher amortisiert sich sogar bereits nach etwa 13 Jahren.
Berücksichtigen Sie jedoch, dass ein Batteriespeicher nach etwa 20 Jahren ersetzt werden muss, da die meisten Speicher eine maximale Lebensdauer von 5.000 Ladezyklen haben. Aber auch dann lohnt sich die Anschaffung eines Speichers zu der PV-Anlage in den meisten Fällen.
Wenn Sie wissen möchten, wie hoch die Kosten einer PV-Anlage mit Speicher in Ihrem individuellen Fall ausfallen würden, wenden Sie sich gerne für eine Beratung an unsere erfahrenen Energieberater. Wir beraten Sie auch gerne zu möglichen Förderungen für PV-Anlagen.
Die richtige Größe für den Stromspeicher
Die optimale Größe und Dimensionierung eines Stromspeichers hängt vor allem vom individuellen Verbrauchsverhalten ab. Dazu gehören die Menge an Strom, die über das Jahr gesehen verbraucht wird, zu welcher Tageszeit der Verbrauch am höchsten ist und ob große Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto vorhanden sind.
Eine Faustregel besagt:
- Speicherkapazität (kWh) ≈ PV-Leistung (kWp)
- Alternativ: Jahresverbrauch / 365 × 0,33
Beispiele für die optimale Speichergröße:
Haushaltsverbrauch (kWh/Jahr) | Empfohlene Speicherkapazität (kWh) |
---|---|
3.500 | 3 - 4 |
5.000 | 5 - 6 |
7.500 | 7 - 8 |
Für eine exakte Dimensionierung empfiehlt sich eine Beratung durch Fachbetriebe.
Hersteller & Preise von Stromspeichern
Es gibt eine Vielzahl von Herstellern von Stromspeichern für PV-Anlagen.
Nachfolgend eine Übersicht über einige Modelle:
Hersteller | Modell | Kapazität | Preis |
---|---|---|---|
BYD | BYD B-Box Premium HVS 10.2 | 10,24 kWh | ca. 6.000 |
E3DC | S10E | 10,8 kWh | auf Anfrage |
LG Chem | RESU 12 | 11,7 kWh | ca. 4.000 € |
RCT Power | RCT POWER BATTERY 11.5 | 10,37 kWh | auf Anfrage |
Sonnen | SonnenBatterie10 | 10 kWh | auf Anfrage |
Tesla | Powerwall 2 | 13,5 kWh | ca. 7.200 € |
SENEC | SENEC.Home V2.1 | 10 kWh | ca. 10.000 € |
ViessmannVARTA | VX3 | 11,7 kWh | ca. 9.500 € |
Viessmann | VX3 | 10,0 kWh | ca. 7.700 € |
*alle Angaben ohne Gewähr.
PV-Anlage installieren mit RENEWA

Ein RENEWA-Kunde aus Hamburg entschied sich 2023 eine Dachsanierung plus Installation einer Photovoltaikanlage. Durch die Kombination aus PV und einer Wärmepumpe konnte der Eigenverbrauch an Solarstrom erheblich gesteigert werden. Für den eingespeisten Strom erhält unser Kunde über die nächsten 20 Jahre eine garantierte Einspeisevergütung von 8,6 Ct/kWh.
RENEWA konnte für die Dachsanierung inklusive PV-Anlage 10.150 Euro der Investitionskosten zurückgewinnen.
Zögern Sie nicht und profitieren auch Sie von den attraktiven Fördermöglichkeiten und Einsparpotenzialen! Unsere Experten von RENEWA unterstützen Sie bei der Planung, Finanzierung und Umsetzung Ihrer Sanierungsvorhaben – individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt.
Fazit: Ist eine PV-Anlage mit Speicher sinnvoll?
Die Entscheidung für einen Batteriespeicher sollte individuell getroffen werden. Während er den Eigenverbrauch erhöht und langfristig zur Senkung der Stromkosten beiträgt, hängt die Rentabilität von vielen Faktoren ab.
Besonders lohnenswert ist ein Speicher bei hohen Strompreisen, einem niedrigen Einspeisetarif und einem hohen Eigenverbrauch. Eine professionelle Beratung hilft dabei, die richtige Größe und Technologie zu wählen.
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Wenn Sie über die Anschaffung eines Stromspeichers nachdenken, sollten Sie sich vorab professionell beraten lassen. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung und finden Sie die optimale Lösung für Ihr Zuhause. Wir beraten Sie auch gerne vor Ort.
FAQ
Lohnt sich ein Stromspeicher für meine PV-Anlage?
Wie groß sollte mein Stromspeicher sein?
Kann ich einen Stromspeicher nachrüsten?
Wie lange dauert die Amortisation eines Stromspeichers?
Wie lange hält ein Batteriespeicher?
Zur Autorin: Nina Grimmeiß

Nina Grimmeiß hat Kommunikationswissenschaft studiert und ist seit 2023 bei RENEWA. Sie bereitet komplexe Themen rund um Klimaschutz, erneuerbare Energien und energetische Sanierungen verständlich auf.
Durch den engen Austausch mit unseren Fachexperten liefert sie fundiertes Wissen, um Leserinnen und Leser für nachhaltige Energielösungen für den Gebäudesektor zu gewinnen. Hier gelangen Sie zu Ninas LinkedIn Profil.